Menschenkette Anti-Atom

Sofort abschaltenAm Samstag, den 24. April, versammelten sich über 100.000 Menschen, um gegen Atomkraft zu protestieren. Grüne-Jugend-Dresden Mitglied Linda war dabei:

„Noch ein paar Meter nach rechts, da vorne ist noch eine riesen Lücke!“, ertönt die Stimme einer Ordnerin, durch ein Megaphon verstärkt. Schon zum zweiten mal radelt sie unser Stück der Anti-Atom-Menschenkette in Pinneberg entlang und gibt noch letzte Anweisungen.

 

Umständlich bewegen wir uns einige Schritte in die angegebene Richtung. Das ist gar nicht so einfach, denn neben dem Transparent mit der Aufschrift „Strahlung ist beständiger als deine DNS“ von der GJ Leipzig in der einen Hand, muss man sich ganz schön strecken um das Band mit dem man die Kette verbindet nicht aus der anderen Hand rutschen zu lassen! „Könntet ihr noch ein bisschen aufrücken? Wir stehen hier wie Jesus am Kreuz!“, die Bitte der Mitwirkenden. Doch gar nicht lange später hören wir wieder die Stimme der Ordnerin: „Die Kette ist fast vollständig geschlossen! Super!“ Begeisterte Jubelrufe sind die Antwort.

Die einzigen, die von der ganzen Aktion nicht so angetan scheinen, ist der Großteil der Autofahrer. Einige hupen uns zwar ermutigend zu oder winken, doch die übrigen Reaktionen reichen von verständnislosen Blicken bis hin zum empörten Kopfschütteln. Nur im Schritttempo kommen sie an uns vorbei, denn wir blockieren einen Fahrstreifen. „Aussteigen und hinten einreihen!“, wird ihnen zugerufen „es geht hier auch um Ihre Zukunft!“

Schon eine halbe Stunde später erscheint die Ordnerin zum vierten Mal auf ihrem Fahrrad und ruft feierlich: „Alle Standpunkte haben bestätigt, dass die Kette geschlossen ist! Ihr seid klasse!“ Erneut Begeisterung unter den Kettengliedern. Und auf einmal ist alles vorbei. Irgendwie hätten wir mehr erwartet, doch die Kette bricht einfach auseinander. Dennoch breitet sich ein Triumphgefühl aus und einige beginnen zu klatschen. Erfolg auf der ganzen Linie!

Doch damit ist der Tag natürlich längst nicht beendet!

AtomluftballonNun versammeln sich alle vor dem Bus, der uns zur Abschlussveranstaltung bringen soll. Doch bis alle ankommen bleibt noch Zeit, die die Anti-Atom-Demonstranten in ihrer Kreativität bestens zu vertreiben wissen: Es wird unter anderem der selbst gedichtete CO²-Kanon gesungen und mit Gitarre und sogar Geige begleitet.

Ungefähr 16:00 Uhr treffen wir schließlich bei der Abschlussveranstaltung ein. Bands spielen, wir werden vom Radio interviewt und Sigmar Gabriel hält eine Rede. In wärmstem Sonnenschein und unter blauem Himmel werden Fahnen geschwenkt, T-Shirts verkauft und es wird getanzt. Sprüche, wie „Atomkraftwerke sind sicher – und die Erde ist eine Scheibe!“ oder „Die CDU/CSU hat da ein Müllproblem: Haben Sie noch Platz im Keller?“ sind überall zu lesen.

Doch leider ist 18:30 Uhr schon wieder Abfahrt angesagt, damit alle Sachsen, die am Morgen schon 5:30 Uhr vom Bahnhof Neustadt in Dresden losgefahren sind auch wieder sicher und nicht all zu spät nach Hause kommen. Angeregte Unterhaltungen mit neuen Bekanntschaften rundeten den Abend ab und so vergingen die sieben Stunden Rückfahrt wie im Fluge.

Es war ein anstrengender Tag, doch es hat sich gelohnt!

 

Linda Reinhard, GJ Dresden

 

Abschlusskundgebung

Bei der Antiatomdemo