Essen für eine bessere Welt!
Bio oder konventionell, Fairtrade oder regionale Produkte - das sind nur einige Fragen in der Diskussion über Verantwortung und Nachhaltigkeit von Ernährung und Landwirtschaft.
Ist es eine Bio-Orange im Winter aus Neuseeland besser für das Klima und die soziökonomische Lage an den Produktionsorten unserer Lebensmittel oder doch ein Apfel aus dem Keller vom Bauern im Nachbarort? Schließlich gibt es eine Reihe von Gemüsesorten, die mensch auch im Herbst und Winter frisch ernten kann.
Nicht überall wo Bio oder Fairtrade drauf steht, ist es auch wirklich drin. Vor allem dann nicht, wenn mensch nicht nur die Anbaumethoden sieht, sondern auf die soziökonomische Situation der Menschen in den Anbauregionen schaut und auch nicht die Menschen außer Acht lässt, die diese Waren bei uns verkaufen. Deshalb ist Aufklärung über die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen unserer Ernährungsgewohnheiten unerlässlich. Es kann nicht sein, dass die sozialen Ziele von fairem Handel beim Verkauf dadurch konterkariert werden, dass die VerkäuferInnen von großen Unternehmen wie Lidl, die diese Waren im Sortiment haben, ausgebeutet und ausspioniert werden und ihnen ihre Rechte als ArbeitnehmerInnen vorenthalten werden.
Ist es unbedingt notwendig, Sommerobst und Gemüse auch im Winter aus Nordafrika zu importieren oder sollten wir nicht mehr saisonale Produkte aus der Region essen? Es gibt eine Reihe von Gemüsesorten, die mensch auch im Herbst und Winter frisch ernten kann.
Es ist egal woher das Fleisch kommt das wir essen, gerade wir Deutschen essen zu viel davon. Das hat Auswirkungen auf Klima, Wasserhaushalt und Ernährungssituation der Welt. Die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO) hat ausgerechnet, dass die Fleischproduktion für rund 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Diese Zahlen beziehen sich auf den Gesamtzyklus Milch- und Fleischproduktion, von der Rodung der Wälder, der Herstellung und dem Transport der Düngemittel, der Verbrennung von fossilen Brennstoffen bei den Fahrzeugen in der Landwirtschaft bis zu den Emissionen der Tiere - insbesondere der Rinder und Schafe. Dabei werden drei Treibhausgase - CO2, Methan sowie Stickoxide emittiert.
Für Tierfutter wird Getreide und Wasser gebraucht und zwar so viel, dass der zunehmende Fleischverbrauch seit einiger Zeit stark zu enormen Preissteigerungen bei Getreide beiträgt, und dass es dort, wo es zur Zeit wenig Wasser gibt, in Zukunft noch weniger geben wird.
Deshalb sollten wir uns alle die Frage stellen, was wir essen und welche Folgen das hat. Natürlich möchte die GRÜNE JUGEND DRESDEN niemensch vorschreiben, was sie/er essen soll; wir wollen nur, dass sich jede/r darüber Gedanken macht, was sie/er isst.
In der Gesellschaft muss sich ein stärkeres Bewusstsein für die ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen unserer Ernährung herausbilden. Hierzu ist es wichtig, schon Kinder für dieses Thema zu sensibilisieren. Aus diesem Grund fordert die GRÜNE JUGEND DRESDEN, dass das Thema Ernährung und ihre Folgen im Biologie-, Geographie-, Gemeinschaftskunde- und Ethikunterricht verstärkt thematisiert wird. Außerdem sollen Schulen mit guten Beispiel voran gehen und in ihren Kantinen nur noch Essen aus fairgehandelten und regional angebauten, öklogischen Produkten anbieten und natürlich auch weniger Fleisch und Fisch.
Weiterhin sollte analog zum Ampelsystem für Gesundheitsschutz, ein Piktogramm über die ökologische Verträglichkeit von Lebensmittel informieren. Alle fair gehandelten Produkte sollten von der Mehrwertsteuer befreit werden. Die Landesregierung ist aufgefordert, die Entstehung und den Betrieb von regionalen Bauernmärkten zu fördern. Diese Maßnahme soll den Vertrieb von regionalen Produkten fördern. Nicht zuletzt sollte jede/r sich informieren, was sie/er kauft und welche Auswirkungen dies auf andere Menschen hat.
Dieser Artikel stammt von Hannes Merz.




