Kleider der "einen Welt !" kosten oft zu wenig Geld
Große Konzerne wie H&M, Tchibo oder Karstadt/Quelle nutzen diese Länder als ZuliefererInnen für ihre Waren. Frei nach dem Motto "Hauptsache Billig" haben sie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen erzeugt oder in Kauf genommen. Sich gewerkschaftlich organisierende ArbeiterInnen wurden mal eben entlassen. Es wurden Löhne unter dem Mindestlohnniveau gezahlt, unbezahlte Überstunden erzwungen oder schwangere Arbeiterinnen gekündigt. Oft fehlte es an sanitären Anlagen und Frauen waren Gewalt und Belästigung ausgesetzt. Deshalb forderte das "Permanent Peoples´ Tribunal" schon damals adäquate Löhne, gesunde/sichere Arbeitsplätze, eine korrekte Behandlung und sprach sich gegen Kinderarbeit aus. Im Zuge dessen wurde auch die clean-clothes campaign (CCC) ins Leben gerufen, an der sich mittlerweile zwölf europäische Länder beteiligen. Ziel ist es durch KonsumentInnen-Information Druck auf große BekleidungshändlerInnen und Textilfirmen auszuüben, damit sie auf die Einhaltung sozialer Produktionsstandards achten. Trotzdem - der Handlungsbedarf ist nach wie vor groß.
Mensch denke nur mal an den Modeladen H&M, wo ArbeiterInnen der Zulieferbetriebe nach wie vor für Hungerlöhne schuften. Der Monatsverdienst der TextilarbeiterInnen in Bangladesh beträgt immer noch 23,6 Dollar, was die jüngsten Streikwellen um Dhaka verständlich macht. Zudem ist seit geraumer Zeit bekannt, dass die Baumwolle, welche H&M aus Usbekistan bezieht, von Kindern geerntet wird. Ebenso problematisch sieht es bei Karstadt/Quelle aus. Obwohl sie das Unternehmen seit Jahren mit seinem Konzept der Sozialen Unternehmensverantwortung rühmt, wird immer wieder über Arbeitsrechtsverletzungen bei ZuliefererInnen berichtet. Karstadt/Quelle hat zwar einen Verhaltenskodex entwickelt. Eine unabhängige Kontrolle ist jedoch nicht vorgesehen. Wenn mensch sich daran erinnert, dass 2005 in Savar nordöstlich der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch ein neunstöckiges Fabrikgebäude eingestürzt ist und hunderte ArbeiterInnen getötet wurden, wird mensch skeptisch, ob eine Einhaltung so gewährleistet werden kann. Negativ muss auch Tchibo hervorgehoben werden. Es verfügt zwar über einen Sozialkodex, der den üblichen Standards entspricht. Die tatsächliche Arbeitssituation ist aber immer noch schlecht.
Deshalb fordern wir als Grüne Jugend Dresden, einen angemessen Preis für alle Textilien, der sicherstellt, dass genug Geld für die Durchsetzung von Verhaltenskodizes und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette vorhanden ist. Wir empfehlen auch den Kauf von Textilien mit einem Ökolabel. Auf der Internetseite http://www.label-online.de/ findet ihr die bekanntesten inklusive Tests zu deren Produktqualität. Erinnert soll an dieser Stellen auch an den Beschluss der Landesmitgliederversammlung der Grüne Jugend Sachsen von 2005 werden, in dem sie die Befreiung von Fair-Trade-Artikeln von der Mehrwertsteuer forderte. Im Übrigen kann auch jeder von uns die Möglichkeit wahrnehmen, eine Protestmail direkt an einen betreffenden Konzern zu schicken. Und es gibt seit neuestem ein T-Shirt der clean-clothes campaign: http://inkota.de/aktuelles/.
Dieser Artikel stammt von unserem Mitglied Doreen Fiss.
Weiterführende Links:
- http://www.labournet.de/internationales/bd/index.html
- http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=4349&Itemid=199
- http://www.cbgnetwork.org/843.html
- http://www.oneworld.at/cleanclothes/cleanclothes_geschaefte.htm
- http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/firmenliste/h-und-m
- http://www.saubere-kleidung.de/




